Richtlinien und Normen
Das technische Regelwerk für die Produktsicherheit in Europa besteht aus verbindlichen EU-Richtlinien und aus freiwillig anwendbaren Europäischen Normen (EN), die teilweise auch über Europa hinaus Geltung erlangt haben (EN ISO). Die Europäischen Normen werden inhaltlich unverändert als nationale Normen (z.B. DIN EN, ÖNORM, EN, SN EN) herausgegeben.
Einen Überblick über die komplexe Materie in diesem Spannungsfeld zwischen Muss- und Kann-Vorschriften verschafft der Leitfaden Maschinensicherheit in Europa. Er gibt Hilfen von der Konzeption über die Gefahrenanalyse bis zur Inbetriebnahme einer funktions- und sicherheitsgerechten Maschine.
Das Europäische Komitee für Normung (CEN) und das Europäische Komitee für elektrotechnische Normung (CENELEC) erarbeiten auf der Basis entsprechender Vereinbarungen mit der EU-Kommission technische Spezifikationen in Form von Europäischen Normen oder Harmonisierungsdokumenten im Sinne der EU-Richtlinien.
Der Normenausschuss Sicherheitstechnische Grundsätze im DIN Deutsches Institut für Normung e.V. beschäftigt sich mit der Standardisierung von Grundsätzen und allgemeinen Prinzipien der Maschinensicherheit inklusive Terminologie, Methodologie, Schutzvorrichtungen und Sicherheitseinrichtungen. Produktsicherheitsnormen sind dabei aus dem Aufgabengebiet ausgeschlossen. Die Normen des NASG sollen dem Entwickler und Konstrukteur technischer Güter Hinweise geben, wie Sicherheitsaspekte schon in der Entwurfsphase berücksichtigt werden können. Ausgangspunkt dieser Normungsarbeit sind beispielsweise Richtlinien der Europäischen Kommission zur Maschinensicherheit und zum Explosionsschutz sowie das Gesetz über technische Arbeitsmittel und Verbraucherprodukte (Geräte- und Produktsicherheitsgesetz - GPSG). Seit 1985 wird in diesem Bereich auf europäischer (CEN/TC 114, CEN/TC 305) und seit 1991 auf internationaler (ISO/TC 199) Ebene gearbeitet. Des weiteren beteiligt sich der NASG an der europäischen Normungsarbeit des CEN/TC 137 zur Bewertung der chemischen und biologischen Stoffbelastung am Arbeitsplatz, welche die Betrachtung dermaler Gefährdungen einschließt. In jüngster Zeit befasst sich der NASG außerdem mit der gesellschaftlichen Verantwortung sowie mit Risikoaspekten und hat entsprechende Arbeitsausschüsse zu den internationalen Arbeitsgruppen eingerichtet.
Der VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V.) ist einer der bedeutendsten Verbandsdienstleister und bietet das größte Branchennetzwerk der Investitionsgüterindustrie in Europa. Normung als strategisches Instrument der Unternehmensführung gehört zu den Kernaufgaben des VDMA. Umgesetzt wird die Normung im VDMA durch den Normenausschuss Maschinenbau im DIN und den Normenausschuss Werkzeugmaschinen im DIN.
Die VDMA-Broschüre "Europäische Richtlinien und Sicherheitsnormen für Maschinen" gibt in kompakter Form einen Überblick über die Vorschriften für das Inverkehrbringen von Maschinen im europäischen Binnenmarkt.
